Grüne Bruchköbel begrüßen Expressbus nach Frankfurt

– Guter Beitrag zur Verkehrswende, aber Nahverkehrsausbau nur in Trippelschritten

Bruchköbel, 12. Dezember 2021

Presse-Information 2021-16 als PDF

Die Grünen in Bruchköbel begrüßen den neuen Expressbus X95, der vom 12. Dezember an von Bruchköbel ohne Zwischenhalt zur U-Bahn in Enkheim fährt. Nur 17 Minuten dauert die Fahrt bis zum Hessen-Center, wo mit kurzen Wegen auf die U-Bahnlinien U4 und U7 in die Frankfurter Innenstadt umgestiegen werden kann. Die Grünen hatten schon vor zwei Jahren für die Einführung dieser Direktverbindung geworben und dafür auch die einstimmige Unterstützung der Stadtverordnetenversammlung bekommen. „Das ist ein schöner Erfolg für die Stadt Bruchköbel und für uns Grüne, ein guter Beitrag zur dringend notwendigen Verkehrswende“, kommentiert Uwe Ringel, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. „Jetzt muss bei diesem Angebot nachgeschärft werden“. Kurzfristig müsse die Linie noch mit Echtzeit-Daten in der RMV-Auskunft verfügbar sein. Dass montags bis freitags zwischen 9.30 und 13.30 Uhr kein Expressbus nach Frankfurt fährt, sehen die Grünen als Mangel an. Zudem werden sie sich dafür einsetzen, dass die Linie einen weiteren zentralen Halt bekommt – die Haltestelle „Altes Rathaus“ vor dem evangelischen Gemeindezentrum als letzter Halt Richtung Frankfurt genügt nach Ansicht der Grünen nicht. Ebenso müsse weiter dafür gestritten werden, dass die X95 am Ende der Autobahn in Frankfurt auf dem Standstreifen am Stau vorbeifahren kann.

„Während Bruchköbel ihren attraktiven Stadtbusverkehr mit einer Million Euro jährlich fördert, bewegt sich der Ausbau des regionalen Nahverkehrs leider nur in Trippelschritten“, kritisiert der Grüne Harald Wenzel. Die Grünen listen mehrere Punkte auf, wo es einfach nicht vorangeht:

·         Nach wie vor besteht auf der Regionalbahn nach Hanau montags bis freitags von 10.39 bis 12.39 Uhr nur ein Stundentakt – übrigens genau in der Zeit, in der der Expressbus gar nicht fährt. Nur zwei zusätzliche Fahrten wären hier nötig, so die Grünen, um ein leicht merkbares und damit attraktives Angebot zu schaffen. Auch dass sonntags vor 7.39 Uhr keine Bahn nach Hanau fahre, passe nicht in den Ballungsraum.

·         Mit der Vergabe des Zugverkehrs auf der hiesigen Regionalbahn von 2023 bis 2038, kritisieren die Grünen erneut, hat der RMV auf 15 Jahre die Chance vertan, Direktverbindungen auf der Schiene nach Frankfurt zu ermöglichen. „Ob Taunusbahn, Niddertalbahn, Odenwaldbahn, Dreieichbahn oder auch nur die Kahlgrundbahn bis Hanau – überall bejubelt der RMV die großen Vorteile umsteigefreier Direktverbindungen“, stellt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Elke Förster-Helm fest. „Nur für das Bruchköbeler Bähnchen heißt es, Direktverbindungen würden sich negativ auf die Pünktlichkeit auswirken. Ja, in der Tat, das merken die Nutzerinnen und Nutzer aus Frankfurt oft genug, wenn ihnen in Hanau die Regionalbahn pünktlich vor der Nase weggefahren ist und sie eine halbe oder sogar eine ganze Stunde auf die nächste Fahrt warten müssen“, ergänzt die Grüne Silke Blum.

·         Die Stadt hat den attraktiven Ausbau des Anschlusses zum Bahnhof und des Bahnhofsumfelds sowie die Verknüpfung des Busverkehrs an die Schiene finanziert. Der für 2015 versprochene Ausbau der Bahnstation ist dagegen bis heute nicht erfolgt. Das verursacht, so die Grünen, unnötige Verspätungen durch Zugbegegnungen, gefährliche Gleisquerungen und verhindert – ganz vorneweg – den barrierefreien Zugang zu den Zügen. „Wir werden in diesem Zusammenhang auch nochmals die Zugänglichkeit des Bahnhofs von der Westseite ins Gespräch bringen“, kündigt die Grüne Cassandra Bürgstein an. „Zur allgemeinen Attraktivitätssteigerung und um auch bei vorhersehbaren Aufzugsdefekten einen barrierefreien Zu- und Abgang für den Bahnsteig Richtung Hanau zu ermöglichen.“

·         Nur ganz am Rande stellen die Grünen fest, dass schon seit Langem auf der Regionalbahn kaum noch die modernen und komfortablen Züge der Baureihe 442 aus der Anfangszeit der Vergabe an die DB fahren, sondern hauptsächlich Altfahrzeuge der Baureihe 425, die offenbar von Abstellanlagen aus allen Teilen der Republik zusammengesucht wurden – sie tragen, so die Grünen, zu Recht ihren Spitznamen „Quietschies“.

Für die Grünen hat ein attraktiver Nahverkehr im eng vernetzten Ballungsraum Rhein-Main einen extrem hohen Stellenwert. „Die Verkehrswende als Beitrag zum Klimaschutz kann nur gelingen, wenn der öffentliche Nahverkehr so attraktiv ist, dass er wirklich eine Alternative darstellt“, ist Elke Förster-Helm überzeugt. Zudem, ergänzt Uwe Ringel, sei er ein wesentlicher Faktor für die Stadtentwicklung, etwa damit Bruchköbel im Speckgürtel von Frankfurt den gewünschten Wohnraum zur Verfügung stellen kann, denn die Qualität der ÖPNV-Infrastruktur sei zwangsläufig mit der Wohnraumentwicklung verbunden. 

Die Grünen setzen sich daher für einen intensiven Dialog mit der Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig als Schnittstelle zum RMV ein.

Die Bruchköbeler Grünen begrüßen den neuen Expressbus nach Frankfurt. Er ist für sie aber nur ein „Trippelschritt“ auf dem Weg zur Verkehrswende. Foto: Bündnis 90/Die Grünen Bruchköbel. Nutzung für journalistische Zwecke honorarfrei gestattet.
Die Bruchköbeler Grünen begrüßen den neuen Expressbus nach Frankfurt. Er ist für sie aber nur ein „Trippelschritt“ auf dem Weg zur Verkehrswende. Foto: Bündnis 90/Die Grünen Bruchköbel. Nutzung für journalistische Zwecke honorarfrei gestattet.

Pressekontakt:
Klaus Linek

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