Grüne zur Diskussion über den Schulstandort Bruchköbel

– Rückfall in das bildungspolitische 20. Jahrhundert

Bruchköbel, 10. Oktober 2021

Presse-Information 2021-15 als PDF

In den letzten Wochen wurde über den Schulstandort Bruchköbel in Bezug auf eine Umwandlung des Lichtenberg-Oberstufen-Gymnasiums in ein Vollgymnasium bereits ausführlich diskutiert. Als einer der Gründe wird der Kreisaustritt der Stadt Hanau angegeben und das damit verbundene Risiko, dass Bruchköbeler Schüler nicht mehr an den Hanauer Gymnasien angenommen werden. Oliver Blum, grüner Erster Stadtrat, sieht darin ein von der CDU vorgeschobenes Argument, um ihre bildungspolitischen Ziele aus dem letzten Jahrhundert auch in Bruchköbel zu realisieren. 

Denn ein Vollgymnasium in Bruchköbel würde für die Heinrich-Böll-Schule eine Umwandlung in eine Haupt- und Realschule bedeuten. Die Folgen, so die Grünen: Das schulische Niveau wird sinken und die Schülerzahlen zurückgehen. Letztendlich würde die Heinrich-Böll-Schule zu einem Auffangbecken für Schüler, die es am Vollgymnasium nicht geschafft haben. Und welche Eltern würden dann noch Ihre Kinder in eine solche Schule geben wollen?

Es passt für die Bruchköbeler Grünen ins Bild, dass eine Kreis-CDU, die seit Jahren in der politischen Verantwortung war und ist, an der Heinrich-Böll-Schule einen gewaltigen Sanierungsstau auflaufen lässt. Erst nach massivem Druck seitens des Gesamtelternbeirates wurden Gelder für längst überfällig Sanierungen bereitgestellt, um überhaupt wieder einen qualifizierten Unterricht zu ermöglichen. Was passiert, fragen sich die Grünen, mit der mit Engagement eingeführten Inklusion, die nur an den integrierten Gesamtschulen stattfindet und an Gymnasien keine Rolle spielt? 

„Nicht vergessen darf man, dass das Lichtenberg-Oberstufen-Gymnasium nicht nur Schülerinnen und Schüler aus der Heinrich-Böll-Schule aufnimmt, sondern auch für Erlensee, Langenselbold und Nidderau das Oberstufenangebot darstellt,“ meint Blum. „Und das schon seit 50 Jahren!“. 

„Eine integrative Schule hat den Vorteil, dass Kinder länger gemeinsam lernen und das Abitur nicht nur über das klassische Gymnasium erreichen können“, ist Elke Förster-Helm von den Grünen überzeugt. „Die Schule lässt mehr Zeit für Entwicklung, verhindert Sitzenbleiben und Aussortieren und bietet damit Allen bessere Bildungschancen.“ 

„Die bisherige Diskussion scheint seitens der CDU nicht überlegt,“ so Oliver Blum. „Sie verunsichert Kollegium und Schülerschaft einer gut funktionierenden Schule. Wünschenswert wäre ein konstruktiver Austausch mit allen Beteiligten, wie eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit unserer Heinrich-Böll-Schule als integrierte Gesamtschule gefördert und verbessert werden kann. Als Bündnis90/Die Grünen Bruchköbel stehen wir hinter unserer Schule, den Schülerinnen und Schülern sowie dem Kollegium.“

Pressekontakt:
Klaus Linek

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