Grüne Bruchköbel: RMV ist bürgerfeindlich

– Uwe Ringel: So wird das nichts mit der Verkehrswende
– Expressbus nach Frankfurt muss kommen, mit gutem Angebot

Bruchköbel, 21. Mai 2021

Presse-Information 2021-13 als PDF

Mit deutlichen Worten kritisieren die Grünen in Bruchköbel die klammheimlich getroffene Entscheidung des RMV, eine umsteigefreie Zugverbindung von Bruchköbel nach Frankfurt faktisch bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts unmöglich zu machen. „Seit Jahren wirken die Grünen auf den RMV ein, diese dringend notwendige Direktverbindung möglich zu machen“, stellt der grüne Fraktionsvorsitzende Uwe Ringel fest. „Im Jahr 2016 hatte die Stadtverordnetenversammlung sich noch einstimmig hierfür eingesetzt – und bekam, so sehe ich es heute, eine butterweiche Antwort“. Damals antwortete der RMV, dass ein möglicherweise geänderter Linienbetrieb in einem nachfolgenden Verkehrsvertrag zu definieren wäre. Diesen neuen Verkehrsvertrag für die Regionalbahn Friedberg – Hanau hat der RMV nun für den Zeitraum von 2023 bis 2038 an die Hessische Landesbahn vergeben, offensichtlich ohne auch nur die Option einer Direktverbindung nach Frankfurt zu erwägen. „Absolut bürgerfeindlich“, nennt Ringel das Vorgehen des RMV. „So wird das mit der vom Verbund in Schönwetterstatements stets angestrebten Verkehrswende nichts“. 

Darüber hinaus könne Bruchköbel im Speckgürtel von Frankfurt so nicht den gewünschten Wohnraum zur Verfügung stellen, denn die Qualität der ÖPNV-Infrastruktur ist zwangsläufig mit der Wohnraumentwicklung verbunden. Das tatsächliche Handeln, so Ringel, sei aber das Gegenteil einer partnerschaftlichen Entwicklung der Metropolregion, die ohne ÖPNV nicht wachsen kann.

Besonders enttäuscht zeigt sich Uwe Ringel von Dr. André Kavai, RMV-Geschäftsführer und früherer Kreisbeigeordneter im Main-Kinzig-Kreis. „André Kavai hatte mir noch 2018 persönlich zugesichert, dass der RMV das Thema auf dem Schirm habe – irgendwann ist es dann wohl vom Radar verschwunden. Im Tower gehen alle roten Lichter an, wenn ein Objekt vom Radarschirm verschwindet, beim RMV sind offenbar die Lichter ausgegangen“, kommentiert Ringel sarkastisch.

Expressbus nach Frankfurt muss kommen, mit gutem Angebot

Die Grünen in Bruchköbel drängen nun darauf, dass zumindest der auch schon seit zwei Jahren diskutierte Schnellbus von Bruchköbel nach Frankfurt-Enkheim im Dezember kommt und nicht ebenso unauffällig vom Radar des RMV verschwindet oder aus Kostengründen auf ein Alibiangebot eingedampft wird. Erwarten, meint Uwe Ringel, kann man bei diesem Angebot sicher mindestens einen Stundentakt zu den üblichen Bedienzeiten zwischen 5 und 24 Uhr. 

Auch für den Schnellbus hatte sich die Bruchköbeler Stadtverordnetenversammlung bereits 2019 einstimmig ausgesprochen, positiv äußerten sich über die Verbindung auch der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) und der CDU-Landtagsabgeordnete Max Schad.

Pressekontakt:
Klaus Linek

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