Antrag vom 11.09.2018 – Einweg Plastik

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Antrag Bündnis 90/Die Grünen vom 11. September 2018:

 

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher Rötzler,

hiermit stellt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen folgenden Antrag:

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bruchköbel möge beschließen

 

Verzicht auf Einwegkunststoffprodukte

Die Stadt Bruchköbel verzichtet auf vermeidbare Einwegkunststoffprodukte in den Gebäuden der Stadt sowie in den städtischen Betrieben.

Auf Veranstaltungen, die bei der Stadt anzumelden sind, ist in den Genehmigungen dies verbindlich zur Auflage zu machen.

 

Begründung:

Die Gefahr für Mensch und Umwelt, die von Einwegkunststoffprodukten ausgeht, ist hinlänglich bekannt. Dennoch hat sich der Plastikverbrauch in den deutschen Haushalten in den letzten 20 Jahren verdoppelt. 40 Kilogramm des Kunststoffs fallen so pro Kopf pro Jahr an. Dies ergibt rund 3 Millionen Tonnen allein in Deutschland.

Dabei landen Einwegkunststoffprodukte oft in den Weltmeeren. Rund 1 Millionen Seevögel und rund 100.000 Meeressäuger sterben jährlich durch den Konsum von weggeworfenen Kunststoffen. Bis 2050 könnte mehr Plastikmüll als Fische in den Weltmeeren herumschwimmen. Es liegt deshalb an jedem Einzelnen, etwas dagegen zu tun. Durch die Vermeidung von Einwegkunststoffprodukten beweist die Stadt Bruchköbel ihre Weitsicht im Bereich des Umweltschutzes.

Auch Menschen setzen sich durch die hohe Zahl der Kunststoffe einer ernsten Gesundheitsgefahr aus. Denn Kunststoff besteht aus Erdöl, Rohbenzin, Weichmachern, Stabilisatoren, Farbmitteln, Füllstoffen, Verstärkungsmitteln, Flammschutzmittel und Antistatikmitteln. Beim Abbauprozess zerfällt Kunststoff in kleine Teile, sogenanntes Mikroplastik. Die schädlichen Stoffe verschwinden somit niemals gänzlich. Dieses Mikroplastik wurde bereits in Lebensmitteln wie Nordsee-Fischen nachgewiesen. Allergien, Fettleibigkeit, Unfruchtbarkeit bis hin zu Krebs und Herzerkrankungen sind nur ein paar der gravierenden Gesundheitsschäden für den Menschen.

450 Jahre braucht dabei eine Plastikflasche im Meer, bis sie abgebaut wurden. 450 Jahre auch eine Wegwerfwindel, 400 Jahre ein Getränkehalter aus Plastik, mehrere hundert Jahre auch ein für ein paar Minuten benutzter Plastikteller.

In den Gebäuden des Kreises sowie bei Veranstaltungen und in den kreiseigenen Betrieben sollen deshalb Einwegkunststoffprodukte gänzlich vermieden beziehungsweise deren Zahl drastisch reduziert werden. Einwegkunststoffprodukte sollen durch eine plastikfreie Alternative ersetzt werden. Dies soll auch im Bereich der Neuanschaffungen bedacht werden.

Im Übrigen war die Stadt Bruchköbel hier auch schon einmal weiter. In den neunziger Jahren gab es einen ähnlichen Beschluss schon. Daraufhin wurde ein Geschirrmobil angeschafft und dieses wurde auf allen Festen verwendet. Auf dem Weihnachtsmarkt wurden Pfandbecher eingeführt und jegliches Einweggeschirr war untersagt. Daher gilt es bei einer Neuregelung und Organisation dieses Themas eine nachhaltigere Strategie zu entwickeln, welche nicht durch die Bequemlichkeit der Menschheit wieder aufgeweicht werden kann sondern es bedarf einer Neuregelung, welche die Umwelt und die Menschen nachhaltig schützt.

Uwe Ringel

(Fraktionsvorsitzender)

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