Presse-Information 2019-03: Bruchköbeler Grüne wollen Naturwald

02. März 2019

Bruchköbeler Grüne wollen einen Naturwald – Missachtung einstimmiger Parlamentsbeschlüsse

Presse-Information 2019-03 (PDF)

Eine Holzwirtschaft im Bruchköbeler Wald ist nach Überzeugung der Grünen unwirtschaftlich und steht dem Interesse an Naherholung, Natur- und Artenschutz entgegen. Sie lehnen daher die Bürgermeistervorlage zur Waldbewirtschaftung ab.

Der städtische Anteil am Bruchköbeler Wald beträgt nur 200 Hektar und dient hauptsächlich der Naherholung Bruchköbeler Bürgerinnen und Bürgern. Vielfältige Betätigungen vom Joggen, Spazieren oder Hund ausführen bedeuten täglich eine hohe Besuchsfrequenz in Wald. Da wird es oft als störend empfunden, wenn Waldarbeiter mit lautem Gerät im Wald  arbeiten. Abgesehen davon, dass die schweren Geräte die vielgenutzten Wege beschädigen und verschmutzen, leidet der Wald durch den Verlust hoher, alter Bäume.

Für die Natur aber sind die alten Bäume von besonderer Bedeutung. Erst auf alten Bäumen fühlen sich Insekten wohl und erst dann entstehen durch abgebrochene Äste Baumhöhlen, in denen Vögel und andere Tiere Nachwuchs großziehen können.

Daher hat die Stadtverordnetenversammlung im Jahr 2015 einstimmig beschlossen, die Holznutzung aus dem Wald heraus zu nehmen und den Wald nur noch als Naherholungswald seinen Bürgerinnen und Bürgern anzubieten und im Sinne eines Naturwaldes zu pflegen.

„Wir Grünen sehen das Parlament und seine Beschlüsse missachtet, wenn der Bürgermeister jetzt wieder einen Bewirtschaftungsplan vorlegt, der seinen Schwerpunkt in der Holznutzung hat“, kritisiert der grüne Fraktionsvorsitzende Uwe Ringel. Die Einschlagsmengen sollen erhöht werden und es soll nur fünf Prozent der Waldfläche der Natur überlassen werden. Das steht auch der Forderung der Landesregierung entgegen, zehn Prozent Waldwildnis zu ermöglichen.

Bisher hat die Landesbehörde Hessenforst den Holzeinschlag für die Stadt Bruchköbel vermarktet, das ist aus kartellrechtlichen Gründen seit 2015 nicht mehr zulässig. „Um am Holzmarkt aber als Anbieter überhaupt wahrgenommen zu werden, sollte man schon eine Waldfläche von 25.000 Hektar zusammenbringen, stellt Ringel fest. „Es ist also für Bruchköbel ein unabsehbares finanzielles Risiko, sich mit 200 Hektar Wald weiter im Holzhandel zu betätigen“.

Daher sehen die Grünen den Parlamentsbeschluss zum Ausstieg aus der Holzwirtschaft und die Hinwendung zu einem Naturwald in Bruchköbel als zukunftsweisend. „Der Bürgermeister soll  seine Vorlage zurückzuziehen“, fordert der grüne Fraktionsvorsitzende. „Das würde bei eigentlich klarer Beschlusslage den Parlamentariern langwierige Beratung in den Ausschüssen ersparen, wohin die Stadtverordnetenversammlung das Planwerk am 26. Februar verwiesen hat“.

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Klaus Linek
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